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Der Syngenius, Ausgabe 10
Die Wette mit Onkel Emil
Es ist immer dasselbe. Kaum rede ich mit Onkel Emil, liegen wir uns
in den Haaren. Jetzt muss man wissen, dass Onkel Emil mit seinen 76 der
älteste Bruder meiner Mutter und gelernter Schreiner ist. In seinen
Augen gehe ich keinem reellen Beruf nach. Denn er kann und will sich
unter IT-Berater nichts vorstellen.
Er hat dazu seine klare Meinung: „Wozu braucht eine Firma denn einen
Berater? Die müssen doch selbst am besten wissen, was sie machen. Mir
muss ja auch keiner kommen und sagen, wo jetzt da beim Küchentisch die
Schublade reingehört. Ich brauch da niemand, der mir da reinredet.“ In
solchen Fällen erkläre ich zum x-ten Mal. „Aber Onkel Emil, ich bin doch
IT-Berater, also ich helfe Unternehmen mit den Computern.“ – Klar, dass
ich Onkel Emil nicht mit heterogenen IT-Landschaften, Application
Management und Service-orientierten Architekturen kommen kann. Dann
grummelt er jedoch weiter, dass die Firmen dafür bestimmt selbst ihre
Leute hätten und keine Krawattenbürscherl bräuchten, die sich wichtig
machen.
Es ist einfach hoffnungslos! Aber ich gebe noch nicht auf: „Dann frag
doch meine Kunden!“, schlage ich ihm vor. „Sie werden Dir bestätigen,
dass sie ohne mich verloren wären.“ Wenn ich in Rage bin, neige ich zu
leichten Übertreibungen. „Gut“, erwidert Onkel Emil grinsend, „dann
sollen die mir mal schreiben, wie sehr sie meinen Neffen und seine Firma
schätzen. Ich wette 10 Tafeln beste belgische Schokolade, dass es nicht
einen Einzigen gibt, der dir das quittiert!“
Wissen Sie, wie herrlich belgische Schokolade schmeckt? Nein? Aber ich!
Darum bitte: Helfen Sie mir! Schreiben Sie mir auch nur einen Satz, der
Onkel Emil überzeugt! Ich gebe Ihnen dann auch eine Tafel ab –
versprochen!
Auf Ihre Unterstützung hoffend grüßt Sie herzlich
Der Syngenius

